Frauen analysieren in Ruhe, sammeln Wissen und erst dann investieren sie. Zudem halten sie in der Regel auch länger an ihren Investments fest. Wohl auch deshalb sind die Portfolios von Frauen stabiler und renditeträchtiger.
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Sind Frauen die besseren Fondsmanager?

Fondsmanagerinnen sind nach wie vor unterrepräsentiert. Schade eigentlich, denn sie liefern im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen die bessere Arbeit bei der Auswahl von Aktien ab, wie eine Studie von Goldman Sachs ergeben hat. Hier die Studienergebnisse im Detail:

Laut einer Analyse des weltweit tätigen Investmentbanking- und Wertpapierhandelsunternehmens Goldman Sachs übertrafen US-amerikanische Fondsteams, die Gender-divers oder nur von Frauen gemanagt werden, im Jahr 2020 jene Managementteams, die ausschließlich aus Männern bestehen. Dies wirft auch neue Fragen zu den Fortschritten der Investmentbranche hinsichtlich bestehender Probleme der Sicherstellung einer geschlechtsspezifischen Vielfalt. Anlässlich des hundertjährigen Bestehens des Wahlrechts für US-amerikanische Frauen analysierte Goldman Sachs 496 US-amerikanische Large-Cap-Aktienfonds mit einem Gesamtvermögen von 2,3 Mrd. US-Dollar, um die Wertentwicklung von Fonds zu vergleichen, bei denen mindestens ein Drittel der Portfolio-Management-Positionen weiblich besetzt sind, sowie jene Portfolios, die ausschließlich von Männern geführt werden.

Selten doch höchst erfolgreich

Von Frauen geführte Fonds sind in der gesamten Investmentbranche nach wie vor eine Seltenheit, obwohl immer mehr Beweise dafür vorliegen, dass unterschiedlichere Teams bessere Ergebnisse erzielen. Nur 14 der 496 analysierten US-Fonds wurden von Frauenteams verwaltet. Goldman stufte weitere 49 Fonds als von Frauen verwaltete Fonds ein, da sie von Teams verwaltet werden, in denen ein Drittel der PortfoliomanagerInnen Frauen waren. Im Gegensatz dazu hatten 380 der Fonds rein männliche Teams im Management. Bisher erzielten von Frauen verwaltete Fonds in diesem Jahr im Durchschnitt Renditen von -57 Basispunkten im Vergleich zu ihren Benchmarks. Alle von Männern geführten Fonds schnitten mit einer durchschnittlichen Rendite von -164 Basispunkten deutlich schlechter ab. „Selbst nach Bereinigung um das Risiko übertrafen von Frauen verwaltete Fonds ihre männlichen Kollegen angesichts der Marktschwankungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie“, so David Kostin, Chefstratege für US-Aktien bei Goldman Sachs. Das ist insofern bemerkenswert, als der Geschlechterunterschied in den vorausgegangenen drei Jahren so gut wie keine Auswirkungen auf die Fondsperformance gehabt hat.

Frauen übertreffen sich selbst und setzen auf neue Technologien

Der 1,3 Mrd. USD teure Tax Aware-Aktienfonds des US-amerikanischen Bankhauses JPMorgan, der seit 12 Jahren von Susan Bao betrieben wird, gilt als Top-Performer und wir nur von Frauen verwaltet. In diesem Jahr hat es bisher seine Benchmark im Vergleich sogar um 27 Prozentpunkte übertroffen. Der US-Aktienwachstumsfonds der Investment-Management-Firma Baillie Gifford, der Kirsty Gibson als Mitglied seines Portfoliomanagementteams zählt, wurde als bester von Frauen verwalteter Fonds eingestuft. 2020 hat es seine Benchmark bisher um 55 Prozentpunkte übertroffen. Laut der Untersuchung von Goldman Sachs profitieren die von Frauen verwalteten Fonds dabei von einer Bevorzugung von Technologieaktien, die die Performancelisten in den Monaten seit Jahresbeginn dominieren. Männliche Fondsmanager tendieren hingegen eher zu Finanzaktien, dem zweitschlechtesten Renditebringer. Als weiteren Faktor, der zu dem Performanceunterschied beigetragen hat, nennen die Analysten auch Einzelwerte wie Tesla, die sich in größerem Umfang im Besitz von weiblichen Managern befinden.

Diversität zahlt sich auch hinsichtlich nachhaltiger Werte aus

Die Studie von Goldman Sachs zeigt deutlich, dass zukünftig auch in der Finanzwelt Diversitätsmaßnahmen besser in die Auswahlprozesse von Managern einbezogen werden sollten. Schließlich ist Amerikas Finanzbranche nach wie vor von weißen Männern dominiert. Doch der Druck aus Politik und Gesellschaft, das zu ändern, steigt. Frauen sind auch beim Investieren nicht so rasant unterwegs wie Männer, die  – pauschal gesprochen – höhere Risiken eingehen. Frauen analysieren in Ruhe, sammeln Wissen und erst dann investieren sie. Zudem halten sie in der Regel auch länger an ihren Investments fest. Wohl auch deshalb sind die Portfolios von Frauen stabiler und renditeträchtiger. Außerdem möchten Frauen ihre Geldanlage möglichst simpel und pragmatisch halten und immer mehr Frauen fragen nach nachhaltigen Geldanlagen. Viele haben wirklich ein Problem damit in breit gestreute ETFs zu investieren, weil sie dadurch Anlegerinnen an unethisch arbeitenden Unternehmen werden könnten. Auch DAMENSACHE-Gründerin Marietta Babos kann berichten, dass 90 Prozent der Kundinnen lieber nachhaltig Investieren.

Webinar rund um nachhaltiges Investieren für Frauen

Grüne Geldanlagen liegen auch im Trend. Das wachsende Bewusstsein für Klimaschutz, nachhaltigen Konsum und soziale Verantwortung wird auch im Bereich der Geldanlage immer deutlicher spürbar. Mit einer Entscheidung für ethische Investments wird angelegtes Geld nicht nur vermehrt, sondern man tut damit auch Gutes. Weil Nachhaltigkeit bei Investments jedoch nicht immer leicht zu erkennen ist, wollen wir von DAMENSACHE in einem kostenlosen Webinar wertvolle Tipps geben und aufzeigen, wie Du man der Geldanlage auf Nachhaltigkeit und Ethik achten kann. Zudem ist es für viele Frauen interessant zu erfahren wie ein Nachhaltigkeitsfonds überhaupt zusammengestellt wird und welche Kriterien dabei wichtig sind. Durch das kostenlose Webinar „Investieren mit gutem Gewissen”, am 19. November, ab 19 Uhr, führt DAMENSACHE-Gründerin Dr. Marietta Babos gemeinsam mit Sabrina Achá Sanz, die mit ihren Erfahrungen als Environmental, Social and Governance (ESG) Officer bei Comgest, spannende Einblicke in das Thema bieten wird. Zudem besteht die Möglichkeit im Rahmen des Webinars auch Fragen zu stellen. Die Anmeldung für das Webinar ist hier möglich und wer nicht live dabei sein kann, bekommt nach dem Webinar automatisch einen Link zur Aufzeichnung per Mail zugeschickt. Wir freuen uns auf euch!

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MarkusFinanzexperte

Ich bin Weltenbummler aus Wien und schon seit vielen Jahren strategischer Finanzberater. Als meine Frau sich um unsere beiden Töchter gekümmert hat, ist mir klar geworden habe, dass ich Verantwortung dafür habe, dass sie auch später ausreichend finanziell abgesichert ist. Auch für meine Töchter habe ich bereits wichtige Vorsorgemaßnahmen getroffen, denn man kann nicht früh genug damit anfangen.

Verena KorenFinanzexpertin

Mein Name ist Verena, ich lebe mit meiner Tochter in Graz und bin seit fast 19 Jahren Finanzberaterin bei FiNUM. Gerade auch meiner Tochter möchte ich einen selbstsicheren Umgang mit Geld vermitteln und mitgeben.
Nur durch Offenheit dem Thema gegenüber können finanzielle Herausforderungen früh in Angriff genommen werden. Zumal die Pensionslücke Frauen meist härter trifft als Männer. In meinem Umfeld erlebe ich immer wieder Frauen, die Geldentscheidungen gerne anderen überlassen. Vielfach ist finanzielle Sicherheit auch der Hauptgrund für den Verbleib in einer Beziehung. Fakt ist, dass nur die eigene finanzielle Unabhängigkeit wirklich finanzielle Sicherheit bietet. Mein Ziel ist es, Frauen die Berührungsängste zu nehmen und Mut zu machen, ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen. Meine Aufgabe als Finanzberaterin sehe ich darin, konkrete Lösungswege zu finden, um bis ins Alter ein finanziell selbstbestimmtes Leben führen zu können.

WolfgangFinanzexperte

Vor mehr als 15 Jahren habe ich ein Buch zum Thema Pensionsvorsorge und Vermögensaufbau geschrieben. In einem Kapitel ging es bereits über Betriebliche Altersvorsorge . Daraus ist mein Beratungsansatz entstanden. Mit allen Möglichkeiten der Betrieblichen Altersvorsorge helfe ich bei Damensache Unternehmerinnen und Leistungsträgerinnen in Unternehmen deutlich höhere Pensionen zu bekommen. Alle steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Möglichkeiten werden genutzt. Auch bei meinem persönlichen Vorsorgekonzept hat die Betriebliche Altersvorsorge den wichtigsten Stellenwert. Ich baue eine ausreichende Pension für mich auf und habe meine Familie abgesichert. ZB habe ich meine Tochter gleich bei der Geburt in das betriebliche Vorsorgekonzept meiner Firma integriert und auf ihre wahrscheinlichen persönlichen Lebensphasen abgestimmt. Das gibt mir ein gutes Gefühl.

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