Wie viel Kapital muss ich ansparen, um die Pensionslücke abzudecken? 1
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Wie viel Kapital muss ich ansparen, um die Pensionslücke abzudecken?

Eine private Pensionsvorsorge war nie wichtiger als heute. Viele Menschen in Österreich kümmern sich zum Glück bereits um ihre Altersvorsorge – doch beginnen sie oft zu spät damit. Im Grunde sollte eine konservative Sparerin bereits im Alter von 30 Jahren ein komplettes Jahreseinkommen auf dem Konto haben, wenn sie in der Pension keine Einkommenslücken hinnehmen und den Lebensstandard halten will. Wir haben uns dieses Thema im Detail angesehen.

Den Lebensstandard in der Pension halten

Für die Altersvorsorge zu sparen rentiert sich eher, je früher damit begonnen wird. Die DAMENSACHE-Expertinnen rechnen in diesem Beitrag vor, mit welchem Startkapital man beginnen muss, um den Lebensstandard im Alter zu halten. Entscheidend ist dabei die Frage, wie viel Zeit noch bis zum Ruhestand bleibt. Wir rechnen vor, wie viel Geld eine Person in Österreich durchschnittlich zurückgelegt haben muss, wenn sie beispielsweise mit 30 oder 40 Jahren, mit dem Sparen für den Ruhestand beginnen will. Soviel vorweg: Leider verliert jede/r Erwerbstätige mit dem Eintritt in die Pension 20 Prozent ihres/seines vorherigen Einkommens. Sehr gut Verdienende verzeichnen oft Pensionslücken von bis zu 50 Prozent.

-Wie viel Kapital als Grundlage für die Pension gebraucht wird, wurde so berechnet:

Zunächst haben wir uns die durchschnittlichen Gehaltsdaten von 20- bis 60-Jährigen angeschaut, die von der Plattform Statista für das Jahr 2018 veröffentlicht wurden.

Anschließend wurde die voraussichtliche Pensionslücke berechnet. Das ist jener Betrag, der fehlt, wenn man im Alter denselben Lebensstandard halten möchte wie während des Berufslebens.

10 Prozent des Nettogehalts ist die Quote, die FinanzexpertInnen von DAMENSACHE für das Ansparen der privaten Pensionsvorsorge empfehlen. Wenn wir also davon ausgehen, dass 10 Prozent des Nettoeinkommens ab sofort für den Ruhestand beiseitegelegt werden, lässt sich im letzten Schritt, mithilfe des Zukunftsrechners auf www.damensache.at/zukunftsrechner, auch die Summe berechnen, die bereits auf dem Konto liegen muss, um zusammen mit dem künftig Ersparten die Pensionslücke zu schließen.

Wie viel Geld brauche ich, wenn ich 40 Jahre alt bin?

Wer länger mit dem Sparen wartet, hat es deutlich schwerer. 40-Jährige verdienen in Österreich derzeit im Durchschnitt 23.680 Euro, also monatlich etwa 1.671,37 Euro netto. Der gesetzliche Pensionsanspruch liegt, gemäß aktuellen Prognosen, für Frauen in Österreich bei durchschnittlich 1.048,28 Euro netto (Quelle: Statistik Austria) Ziehen wir diese traurige Prognose zur Berechnung heran, ist das Ergebnis regelrecht schockierend. Um den aktuellen Lebensstandard halten zu können, fehlen bei Pensionseintritt dann im Schnitt rund 620 Euro pro Monat. Unterm Strich fehlen der Berechnung von DAMENSACHE zufolge, bei 20 Jahren Pensionsbezug, im Alter rund 150.000 Euro. (Die Lebenserwartung von Frauen liegt in Österreich bei durchschnittlich 83,3 Jahren.)

Hinzu kommt der deutlich kürzere Zeitraum, der noch zum Sparen bleibt. Wer mit 40 Jahren ab sofort und bis zum Pensionseintritt zehn Prozent des Nettoeinkommens, also in diesem Beispiel rund 167 Euro monatlich abzweigt, kann noch rund 84.361 Euro ansparen – und muss eine Lücke von rund 65.000 Euro auf anderen Wegen kompensieren. Mit anderen Worten: Eine 40-jährige Frau sollte bereits knapp 70.000 Euro für die Altersvorsorge mitbringen, um keine Einkommenseinbußen verzeichnen zu müssen, wenn wir zur Berechnung die statistische Alterspension von Frauen heranziehen.

Grundsätzlich wird es mit zunehmendem Alter natürlich immer schwieriger, gegen die Pensionslücke anzukämpfen. Sie beläuft sich etwa bei einem 50-Jährigen bereits auf über 200.000 Euro, was einem mehrfachen Bruttojahresgehalt entspricht. Mit 60 Jahren ist ein vierfaches Jahresgehalt notwendig, um die Lücke zu schließen.

Wie viel Geld brauche ich, wenn ich 30 Jahre alt bin?

Statista.com zufolge verdienen 30-Jährige in Österreich im Schnitt 28.609 Euro brutto bzw. 21.434 Euro netto pro Jahr, was einem monatlichen Nettoeinkommen von 1.548,14 Euro entspricht. Die durchschnittliche Höhe der Alterspensionen von Frauen liegt hierzulande übrigens bei 1.080 Euro brutto monatlich, Männer erhalten durchschnittlich 1.678 Euro brutto.

Daraus ergibt sich laut www.pensionskontorechner.at ein gesetzlicher Pensionsanspruch von rund 1.188,37 Euro netto pro Monat – angenommen, es handelt sich um eine unverheiratete Person ohne Kinder, die durchgehend versichert ist und deren Einkommen sich bis zur Pension nicht verändert. Zudem ist der Stand des Pensionskontos, der in diesem Beispiel angenommenen 30-Jährige Frau zum Stichtag 1. Jänner 2020 261,00 Euro, da sie in diesem Beispiel bereits seit zehn Jahren für ein angenommenes Bruttojahresgehalt (Durchschnittseinkommen für 20-Jährige) von 20.531 Euro gearbeitet hat. (1,78% des Bruttoeinkommens werden auf dem Pensionskonto jährlich gutgeschrieben.)

-Die Pensionslücke:

Möchte diese Frau im Alter denselben Betrag zur Verfügung haben, fehlen im Schnitt jeden Monat rund 360 Euro. Wir nehmen jedoch realistischer Weise an, dass sich das Bruttoeinkommen unserer Beispielfrau im Laufe ihres Lebens auf 32.911 Euro netto pro Jahr erhöht, was dem statistischen Durchschnittseinkommen einer über 60 Jahre alten Person in Österreich entspricht. Das ergibt ein monatliches Nettoeinkommen von 2.206,44 Euro bei Vollzeit-Anstellung. Nach den von statista.com angegebenen Zahlen ergibt sich, nach über 45 Jahre Vollzeit-Beschäftigung ein Durchschnittsjahresgehalt von 31.207 Euro brutto, was nach Eingabe im Pensionskontorechner einer Netto-Pension von 1.271,23 EUR entspricht. Damit erhöht sich die Pensionslücke im Alter von 65 Jahren, auf ernüchternde 935,21 Euro, die dann mit einem Schlag fehlen könnten.

Private Vorsorge zahlt sich aus!

Legt die von uns angenommene 30-Jährige aber ab sofort und bis zum Renteneintritt 10 Prozent ihres Gehalts (rund 155 Euro pro Monat) zur Seite, wird sie auf diese Weise, inklusive durchschnittlicher Gehaltssprünge und bei einem angenommenen Zinssatz von 3,5 Prozent, rund 132.682 Euro ansparen. Laut dem Zukunftsrechner der DAMENSACHE, mit dem sich schnell und einfach berechnen lässt wieviel Kapital zur Seite gelegt werden muss, entspricht das zum Pensionsantritt mit 65 Jahren, einer abschüssigen Rate von 769 Euro monatlich.

Es fehlen also über 10.000 Euro, die sich bei gleichbleibender Verzinsung von 3,5 Prozent bereits auf dem Konto der 30-Jährigen befinden müssten, um die Lücke zu schließen. Wir sehen also, es gibt keine Zeit zu verlieren!

Je früher man mit dem Ansparen einer privaten Pensionsvorsorge beginnt, desto besser. Eigentlich sollten wir schon mit dem Jobeinstieg damit beginnen, zehn Prozent des Einkommens, etwa in Form einer privaten Pensionsvorsorge, anzulegen. Sollte erst später damit begonnen werden, wenn schon ein Haus, eventuell ein Kredit und ein Leasing-Wagen zu finanzieren sind, ist es schwieriger mit dem Sparen anzufangen, da der Lebensstandard dann schon ein ganz anderer ist. Für alle diesbezüglichen Fragen steht das DAMENSACHE-Team mit einem kostenlosen Beratungsgespräch zur Verfügung. Wir beugen weiblicher Altersarmut gezielt vor!

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MarkusFinanzexperte

Ich bin Weltenbummler aus Wien und schon seit vielen Jahren strategischer Finanzberater. Als meine Frau sich um unsere beiden Töchter gekümmert hat, ist mir klar geworden habe, dass ich Verantwortung dafür habe, dass sie auch später ausreichend finanziell abgesichert ist. Auch für meine Töchter habe ich bereits wichtige Vorsorgemaßnahmen getroffen, denn man kann nicht früh genug damit anfangen.

VerenaFinanzexpertin

Mein Name ist Verena, ich lebe mit meiner Tochter in Graz und bin seit fast 19 Jahren Finanzberaterin bei FiNUM. Gerade auch meiner Tochter möchte ich einen selbstsicheren Umgang mit Geld vermitteln und mitgeben.
Nur durch Offenheit dem Thema gegenüber können finanzielle Herausforderungen früh in Angriff genommen werden. Zumal die Pensionslücke Frauen meist härter trifft als Männer. In meinem Umfeld erlebe ich immer wieder Frauen, die Geldentscheidungen gerne anderen überlassen. Vielfach ist finanzielle Sicherheit auch der Hauptgrund für den Verbleib in einer Beziehung. Fakt ist, dass nur die eigene finanzielle Unabhängigkeit wirklich finanzielle Sicherheit bietet. Mein Ziel ist es, Frauen die Berührungsängste zu nehmen und Mut zu machen, ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen. Meine Aufgabe als Finanzberaterin sehe ich darin, konkrete Lösungswege zu finden, um bis ins Alter ein finanziell selbstbestimmtes Leben führen zu können.

WolfgangFinanzexperte

Vor mehr als 15 Jahren habe ich ein Buch zum Thema Pensionsvorsorge und Vermögensaufbau geschrieben. In einem Kapitel ging es bereits über Betriebliche Altersvorsorge . Daraus ist mein Beratungsansatz entstanden. Mit allen Möglichkeiten der Betrieblichen Altersvorsorge helfe ich bei Damensache Unternehmerinnen und Leistungsträgerinnen in Unternehmen deutlich höhere Pensionen zu bekommen. Alle steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Möglichkeiten werden genutzt. Auch bei meinem persönlichen Vorsorgekonzept hat die Betriebliche Altersvorsorge den wichtigsten Stellenwert. Ich baue eine ausreichende Pension für mich auf und habe meine Familie abgesichert. ZB habe ich meine Tochter gleich bei der Geburt in das betriebliche Vorsorgekonzept meiner Firma integriert und auf ihre wahrscheinlichen persönlichen Lebensphasen abgestimmt. Das gibt mir ein gutes Gefühl.